Radioproduktion im IP-Workflow: RSI integriert zehn Studios mit KSC Core
- 13. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Apr.
Mit der Einbindung seiner Radioproduktion in einen durchgängig IP-basierten Workflow schafft RSI die Grundlage für eine gemeinsame technische Infrastruktur für Radio und TV. Die Integration erfolgte auf Basis von KSC Core, das bereits 2022 den TV-Hauptschaltraum übernommen hatte und nun als zentrale Steuerungsebene für beide Bereiche dient. Die Lösung zeigt, wie sich Radioumgebungen technisch präzise in bestehende IP-Produktionslandschaften einbinden lassen.

IP-basierte Radioumgebung im bestehenden Systemverbund
Die Radioproduktion von RSI sollte in die vorhandene IP-Infrastruktur integriert werden, ohne bestehende Betriebsabläufe im TV-Bereich zu beeinträchtigen. Der Anspruch: Radiostudios, Redaktionsräume und die crossmediale Schaltzentrale sollten in einem einzigen Steuerungssystem abgebildet werden. Die Entscheidung fiel erneut auf KSC Core, da das System herstellerunabhängig arbeitet und bereits die Anforderungen des TV-Betriebs erfüllt. Damit ließ sich die gesamte technische Umgebung auf einer gemeinsamen Plattform zusammenführen.
Erweiterte Steuerungsfunktionen für Radioprozesse
Für die Integration wurden mehrere Funktionen innerhalb von KSC Core weiterentwickelt oder neu umgesetzt, darunter Module für Codec-Handling, Audio-Remapping und die Verwaltung von Multiplex-Bus-Szenarien. Zudem wurde der KSC DelegationManager erweitert, um Studioweitergaben und Remote-Umschaltungen innerhalb der Radioinfrastruktur zuverlässig abzubilden. Diese Anpassungen ermöglichen es, Radioprozesse präzise zu steuern und in die bestehende Logik der TV-Workflows einzubetten.
Eine zentrale Rolle spielte die KSC GFXUnit, die gemeinsam mit RSI für den Radiobetrieb konfiguriert wurde. Die Oberfläche stellt Studiofunktionen wie Routing, Mikrofonparameter oder Lichtsteuerung bereit und ermöglicht es, die Radioproduktion an allen Arbeitsplätzen im crossmedialen Schaltraum zu bedienen. Die Gestaltung erfolgte so, dass Radiologiken ohne Eingriffe in die bestehende TV-Struktur integriert werden konnten.
Umsetzung während des laufenden Betriebs
Die Integration wurde in mehreren Schritten realisiert, während die TV-Infrastruktur weiterhin im IP-Betrieb stand. Dieser parallel laufende Ausbau stellte hohe Anforderungen an die Abstimmung zwischen Engineering, Betrieb und Integrationsteams. Um die Einführung planbar zu halten, wurde der gesamte Funktionsumfang frühzeitig in KSC Core abgebildet, bevor Studios in Betrieb gingen.
In der praktischen Umsetzung zeigte sich, dass sich Radioprozesse mithilfe der GFXUnit präzise auf den jeweiligen Workflow anpassen lassen. Das ermöglichte ein zügiges Umschalten zwischen Test- und Echtbetrieb, ohne bestehende Pfade oder Konfigurationen im TV-Bereich zu verändern.
Struktur der neuen Radioumgebung
Im Projekt wurden zehn Radiostudios, davon ein Visual Radio Studio (R4W), drei Redaktionsräume und eine Audioplattform mit 20 Prozessoren in das System integriert. Innerhalb von KSC Core wurden mehr als 2.500 Logikmodule und über 250 Prozesse eingerichtet, die routingrelevante, organisatorische und studioübergreifende Abläufe steuern. Die Installation der Audiotechnik erfolgte durch die SLG Broadcast AG als Generalunternehmer, während die Steuerungslogik vollständig in KSC Core umgesetzt wurde.

Weiterentwicklung von KSC Core im Radiobereich
Die Anforderungen von RSI führten zu mehreren gezielten Erweiterungen innerhalb von KSC Core. Dazu gehören neue Radiomodule, verbesserte Delegationsmechanismen und präzisere Logiken für studioübergreifende Szenarien. Die Umsetzung zeigt, dass KSC Core nicht nur für TV-Workflows, sondern auch für komplexe Radioumgebungen geeignet ist und beide Welten auf einer technischen Basis vereinen kann.
Ausblick
Aktuell arbeitet RSI an weiteren IP-Projekten, darunter die Umstellung der TV-Regien A und B auf eine IP-basierte Infrastruktur – ebenfalls gesteuert durch KSC Core. Die Erfahrungen aus dem Radioprojekt fließen direkt in diese nächsten Schritte ein und zeigen, wie sich KSC Core als zentrale Steuerungsinstanz für crossmediale Produktionsumgebungen etabliert.



















