KSC Experience Day 2026: Austausch aus dem Betrieb für den Betrieb
- lwuest1
- vor 4 Tagen
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Aktualisiert: vor 2 Tagen
Der KSC Experience Day am 13. Januar 2026 in Hamburg stand ganz im Zeichen realer Projekterfahrungen. Statt Produktpräsentationen ging es um konkrete Fragen aus dem Alltag von Operatoren, Planer:innen und technischen Entscheider:innen:Wie lassen sich hybride SDI/IP-Umgebungen stabil betreiben? Wie bleibt Bedienung auch unter Zeitdruck übersichtlich? Und welche Architekturentscheidungen zahlen langfristig auf den Betrieb ein?
Das Besondere am Format: Kunden berichteten selbst aus ihren Projekten, ergänzt durch Einblicke in aktuelle Entwicklungen bei KSC Systems.
Multimedia Control Room beim rbb: IP-Architektur ohne zusätzliche Orchestrator-Ebene
Einen zentralen Praxisbeitrag lieferte Frank Rösner (rbb) mit Einblicken in die KSC-Implementierung für den Multimedialen Schaltraum (MCR). Ziel des Projekts ist es, Streaming-Workflows standortübergreifend über eine einheitliche Oberfläche zu steuern.
Ein bewusster Architekturentscheid dabei: MoIP ohne zusätzlichen SDN-Orchestrator, stattdessen eine tiefe Integration von NMOS IS-04/IS-05 direkt in den Broadcast Controller. Für den Betrieb bedeutet das weniger Systemgrenzen, weniger Abhängigkeiten und klarere Verantwortlichkeiten.
Das Projekt zeigte offen, wo der aktuelle Stand liegt, welche Komponenten bereits produktiv sind und an welchen Punkten noch nachgeschärft wird. Genau diese Transparenz machte den Beitrag für viele Teilnehmende besonders wertvoll.
Media Operations Center beim SWR: Betriebssicherheit als Gesamtkonzept
Wie stark Technik, Prozesse und Arbeitsumgebung zusammenhängen, wurde im Beitrag zum Media Operations Center (MOC) des SWR deutlich. Alexander Kramb und Thomas Petillon (SWR) gaben Einblick in das Gesamtkonzept eines zentralen, IP-basierten Betriebsumfelds.
Im Fokus stand weniger einzelne Systeme als die Frage, wie ein 24/7-Betrieb langfristig stabil bleibt – inklusive Migration, Arbeitsplatzlogik, Monitoring und klarer Steuerungsstrukturen. Der Beitrag machte deutlich: Betriebssicherheit entsteht nicht durch einzelne Komponenten, sondern durch das Zusammenspiel von Architektur, Bedienkonzept und Organisation.
Radiocampus bei RSI: Hörfunk als Teil dynamischer IP-Workflows
Einen weiteren Kundenblick brachte Marc Straehl (SLG) mit dem Erfahrungsbericht zum Radiocampus bei RSI ein. Der Fokus lag auf der Integration von Hörfunkproduktion in eine dynamische, IP-basierte Umgebung.
Besonders relevant für viele Häuser: Hörfunk bringt eigene Anforderungen mit – etwa beim Audio-Routing, bei Delegationslogiken oder bei der Bedienung. Der Beitrag zeigte, wie sich diese Anforderungen in eine zentrale Steuerung integrieren lassen, ohne bestehende Arbeitsweisen zu brechen.
Steuerung, Monitoring und offene Interfaces: Einblicke von KSC Systems
Ergänzend zu den Kundenbeiträgen stellte BFE mehrere aktuelle Entwicklungen vor, darunter:
das KSC Open Controller Interface (OCI) als offene Schnittstelle für zusätzliche Bedienpanels
neue Funktionen im Bouquet Router zur flexibleren Abbildung dynamischer Workflows
KSC SinAlarm für integriertes Monitoring und Eskalationsmanagement
ein Ausblick auf KSC Horizon und das Order Management als erste Cloud-Anwendung
Hier ging es weniger um Feature-Tiefe als um die Frage, wie sich diese Bausteine sinnvoll in bestehende Betriebsstrukturen einfügen.
Die wichtigsten Learnings in 60 Sekunden
IP-Umstieg braucht Workflow-Kontinuität: Steuerung, Ressourcen und Bedienung müssen konsistent bleiben.
Offene Schnittstellen sind Betriebsvorteil: Das Open Controller Interface ermöglicht zusätzliche Bedienkonzepte ohne Insellösungen.
Weniger Neben-Systeme = weniger Fehlerpfade: MoIP-Steuerung direkt aus dem Broadcast Controller kann Komplexität senken.
24/7 heißt: Technik + Arbeitsplatzlogik: MOC/Playout-Projekte zeigen, wie stark Raum, Prozesse und Monitoring zusammenhängen.
Security muss betrieblich funktionieren: EBU-Empfehlungen sind nur dann hilfreich, wenn sie in Architektur und Tagesgeschäft übersetzt werden.
Ausblick
Der Experience Day hat gezeigt, wie viel Mehrwert entsteht, wenn Projekte nicht als „Referenz“, sondern als Betriebsrealität besprochen werden: mit Entscheidungen, Abwägungen und konkreten Mechaniken. Genau dieses Feedback fließt auch in die Weiterentwicklung von KSC Core und angrenzenden Modulen ein – immer mit Blick darauf, wie es im Schichtbetrieb wirklich genutzt wird.
Wenn Sie Fragen zu den genannten Ansätzen haben oder ein Thema aus Ihrem Betrieb einmal strukturiert spiegeln möchten: Melden Sie sich bei uns – gern auch mit einem konkreten Workflow-Beispiel.































